Programm 20. Juni 2021 Emmendingen Steinhalle

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)

Streichquartett F-Dur op. 18/1 (1799)

I Allegro con brio
II Adagio affetuoso ed appassionato
III Scherzo Allegro molto
IV Allegro

—- PAUSE —-

Franz Schubert (1797 – 1828)

Streichquintett C-Dur op. post. 163, D956 (1828)

I Allegro ma non troppo
II Adagio
III Scherzo Presto
IV Allegretto

Ludwig van Beethoven und Franz Schubert waren noch junge Männer in fast gleichem Alter von 29 beziehungsweise 31 Jahren, als das Quartett op. 18/1 und das Quintett C-Dur D956 op. 163 entstanden. Doch welch ein Unterschied: Beethoven schrieb im Jahre 1799 seinen 1. Zyklus von 6 Streichquartetten für den Fürsten von Lobkowitz und «lernte das Schreiben von Streichquartetten». Gleich in seinem ersten Quartettzyklus gelang es ihm, die Quartettgattung neu zu prägen: Im F-Dur Quartett op. 18/1 deutet der 1. Satz mit seiner riesigen Sonatenform in Richtung Sinfonie und auch das Scherzo lässt spätere Sinfonie-Scherzi anklingen. Im Adagio affetuoso ed appassionato erfindet er eine dramatische Form in Moll, einen wahrhaft theatralischen Dialog aller 4 Instrumente. Ausschliesslich der letzte Satz erinnert in seiner Kehrausstimmung an Quartette Haydns. Schubert hingegen schrieb mit dem C-Dur Quintett ein Werk, das nicht nur durch die Hinzunahme eines 2. Cellos die Quartettform sprengte, sondern auch durch dessen sinfonischer Dimension. Es entstand eine ausladende 50 minütige Komposition voll entrückter Klangschönheit und dramatischer Kontraste. Über dem ganzen Werk liegt die Tragik und Trauer Franz Schuberts, dessen Lebensträume nicht in Erfüllung gegangen waren und der mit seinem eigenen bevorstehenden Tod konfrontiert war und durch seine Phantasie «soviel als möglich zu verschönern sucht»( Brief an seinen Bruder Ferdinand)

Ausführende:
Vln Antonio Pellegrini und Marianne Aeschbacher
Vla Fabio Marano
Vc Tobias Moster und Matthias Kuhn

Das Segantini Quartett wurde im Januar 2015 von Antonio Pellegrini, Fabio Marano zusammen mit Marianne Aeschbacher und Tobias Moster gegründet.

„Wir vier Musiker blicken auf mehr oder weniger 25 Jahre Quartettspiel zurück und können uns nicht vorstellen ohne diese schönste Form der Kammermusik zu leben. Die Lust, sich mit den höchsten musikalischen Ansprüchen den grossartigsten Werken der Quartettliteratur zu widmen ist unser Ausgangspunkt. Unser gemeinsames Interesse an einem Werk, es erneut zu erarbeiten und unsere jahrelangen Erfahrungen in die Interpretation einfliessen zu lassen, ist unsere Stärke. Die grosse Freude und kommunikative Entspanntheit, gepaart mit gleichzeitiger Unbedingtheit der Interpretation ist in jedem unserer Konzerte zu spüren.“

Für dieses Programm hat sich das Segantini Quartett den Schweizer Cellisten Matthias Kuhn dazu geholt. Kuhn hat sich als vielseitiger Musiker einen Namen gemacht, außer seiner solistischen und kammermusikalischen Tätigkeit als Cellist kann er auf eine große Erfahrung als Dirigent blicken.